Gemeinschaft. Sichere Stadt. Klare Haltung.
Soziale Verteidigung in Essen
Wie können wir eine Gesellschaft aufbauen, in der Menschen vor Gewalt geschützt sind? Und wie organisieren wir uns, damit wir Angriffe von innen und außen gewaltfrei abwehren können? Wie können wir ohne Gewalt wehrhaft sein?
Du hast Lust, Soziale Verteidigung kennenzulernen?
Dann bist du bei uns genau richtig. Wir arbeiten in regionalen Gruppen daran, die gewaltfreie Soziale Verteidigung am Ort aufzubauen und Verteidigung sozial zu gestalten. Dafür werden Menschen gebraucht, die das Konzept der Sozialen Verteidigung kennen und in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen voranbringen.
Gibt es denn tatsächlich nur die Möglichkeit bewaffneter Auseinandersetzung oder der Kapitulation?
Wir sagen: Nein.
Für uns gibt es eine gewaltfreie Alternative!
Du bist neugierig geworden? Dann melde Dich einfach bei der unten genannten Mailadresse.
Wir treffen uns zweimal im Monat.
Kontakt: essen@wehrhaftohnewaffen.de
Unsere Aktivitäten
Workshops und Vorträge:
Soziale Verteidigung bekannt machen und voranbringen.
Forumtheater:
SV an Schulen bekannt machen: In Zusammenarbeit mit dem Forumtheater Ruhr (https://forumtheater-ruhr.de/) und LICU e.V. haben wir ein Konzept entwickelt, um einmal im Jahr min. 60 % aller Essener Schüler der 9. Klassen mit der Methode des Forumtheaters Elemente der SV erlebbar ausprobieren und trainieren zu lassen. Wir sind aktuell mit Unterstützung der Stadt Essen auf der Suche nach einer nachhaltigen Finanzierung dieses Programms.
Ausstellung zu SV:
Geplant ist eine interaktive Ausstellung zu Sozialer Verteidigung während des Ruhrkampfes 1923-25.
Kontakte zu Verwaltung und Politik:
Wir waren positiv überrascht, auf welch offene Ohren und Herzen wir in Essen bei Verwaltung und Politik auf kommunaler und Bundesebene gestoßen sind.
Wir loten aus: Wie können wir mit diesen Sympathisanten aus Politik und Verwaltung mehr Öffentlichkeit für Soziale Verteidigung herstellen?
Beteiligung an vielfältigen Friedensaktivitäten in Essen
Durchgeführte Veranstaltungen
Politischer Salon im Grillo Theater:
Am 17. und 18. September 1925 feierte das Ruhrgebiet den Abzug der französischen Truppen nach zweijähriger Besetzung. Bevölkerung und Regierung leisteten gewaltfrei Widerstand gegenüber dem militärischen Übergriff. Die gewaltsame Erzwingung von mehr Kohlelieferungen scheiterte. Gewaltlos streitbar wurde die Demokratie verteidigt, wehrhaft ohne Waffen. So heißt auch die neue Kampagne für Soziale Verteidigung. Sie dient im Notfall dem wirksamen Schutz der Bevölkerung. Wie muss sie vorbereitet werden, um wirkungsvoll zu sein – auch heute?
In Essen wurde auf einem gut besuchten Politischen Salon der Ruhrkampf vor 100 Jahren erörtert. Zudem sollte laut Untertitel der Bogen geschlagen werden zur Sozialen Verteidigung heute. Während der Rückblick viele spannende Aspekte zu Tage brachte, konnte – wenig überraschend – eine Überführung der Erfahrungen in die heutige Situation noch nicht geleistet werden. Dennoch: Ein wichtiger Anfang ist gemacht: für Essen und für andere Kommunen.
Weiterlesen: https://gewaltfreieaktion.de/das-machte-mut-politischer-salon-ueber-ruhrkampf-vor-100-jahren-und-soziale-verteidigung-heute/
Workshopreihe zu SV:
Workshop 1: Rassismus, Mobbing-Erleben – starke Lösungen für die vermeintlich schwächere Position erfahren
Rassismus und Mobbing wird heutzutage mal deutlich, mal unterschwellig, in vielen Alltagsituationen erlebt. Mit der Methode des „Forum Theaters“ entwickeln wir zusammen mit dem Publikum gute Lösungen für solche Situation. Die Methode ist unterhaltsam und ermöglicht den Zuschauern spielerisch in schwierigen Situationen mehr Leichtigkeit zu erfahren.
Workshop 2: Konflikte auf der persönlichen Ebene – gewaltfreie Kommunikation
Ursula Garczarek: In der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg wird angenommen, dass wir Menschen uns in unseren Bedürfnissen sehr ähnlich sind. Oft haben wir aber untaugliche oder gar katastrophale Strategien, um sie uns zu erfüllen. Im Workshop werden Elemente der Gewaltfreien Kommunikation ausprobiert, die helfen können, von der Ebene der Strategien zur Ebene der Bedürfnisse zu wechseln.
Workshop 3: Gütekraft – Historische Beispiele und aktuelle Relevanz
Martin Arnold wird eine Reihe ermutigender historischer Beispiele präsentieren, die zeigen, dass gewaltfreier Widerstand in der Vergangenheit erfolgreich war. Zudem wird diskutiert, wie Soziale Verteidigung nicht nur äußeren Bedrohungen entgegenwirken, sondern auch demokratische Werte gegen autoritäre Machtübernahmen von innen schützen kann.
Workshop 4: Wehrhaft ohne Waffen – Die Chancen Sozialer Verteidigung heute
Michael Ganter: Wir von “Wehrhaft ohne Waffen” setzen uns für die Entwicklung und den Aufbau gewaltfreier Verteidigungsstrukturen in Deutschland ein. In vier Modellregionen wollen wir eine umfassende und menschliche Verteidigung erlebbar gestalten.
Bei Interesse an solchen Workshops sprich uns gerne an.
Außerdem haben wir Workshops in Zivilcourage von verschiedenen Anbietern organisiert.
Der Ruhrkampf 1923 bis 1925: Soziale Verteidigung in Deutschland
Wir kennen heute aktive Gewaltfreiheit oder zivilen Widerstand im Einsatz für mehr Gerechtigkeit und Frieden aus vielen Bereichen – Beispiel: FridaysForFuture. Diese Streitkunst ohne Waffen wurde erst vor 100 Jahren von Gandhi in Indien entwickelt.
Der Erste Weltkrieg war kaum fünf Jahre vorbei, militärisches Denken galt als normal – da marschierten belgische und französische Truppen ins Ruhrgebiet ein, das industrielle Herzstück Deutschlands, zuerst in die Stadt Essen.
Die deutsche Regierung reagiert auf ganz neue Weise. Sie weiß: Militärischer Widerstand ist aussichtslos. Aber weder kapituliert sie, noch startet sie einen Guerillakrieg. Sie ruft vielmehr zum „passiven Widerstand“ auf. Neun Monate lang ringen die Besatzungsmächte mit diesem aktiv gewaltfreien Vorgehen und schaffen es am Ende nicht, die gewünschten Ziele zu erreichen. Aber auch die junge deutsche Demokratie zahlt einen hohen Preis: Die fortgesetzte Finanzierung der vielen Streikenden führt zu schlimmer Inflation, der „passive Widerstand“ wird beendet.
Kluge, gütekräftige Diplomatie erreicht schließlich durch Unterstützung aus England und den USA, dass die Besatzungstruppen gesichtswahrend abziehen. Im September 1925 feiert das Ruhrgebiet diesen weltgeschichtlich einmaligen Erfolg eines Kampfes ohne Waffen gegen einen militärischen Einmarsch. Genau 100 Jahre danach wurde deshalb in Essen der Tag der Gütekraft gefeiert und der erste Gütekraft-Preis verliehen, siehe Gütekraft im Ruhrkampf 1923 bis 1925 (pdf-Datei)
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